Baumkontrolle nach FLL-Richtlinie für Wohnanlagen und Kommunen

Baumkontrolle nach FLL-Richtlinie für Wohnanlagen und Kommunen bei SVEAG: professionell, dokumentiert, in allen 16 Bundesländern verfügbar. Inhabergeführt, persönliche Betreuung.

So läuft es ab

  1. Bestandsaufnahme: Wir erfassen den Baumbestand, vergeben Nummern und legen das Kataster an oder übernehmen ein vorhandenes.
  2. Regelkontrolle vor Ort: Visuelle Kontrolle jedes Baumes auf Vitalität, Schäden und Standsicherheit, mit Befund je Baum.
  3. Befund & Maßnahmen: Sie erhalten das Protokoll mit Maßnahmenempfehlung, Dringlichkeit und Vorschlag für den nächsten Kontrolltermin.

Verwandte Leistungen

Häufige Fragen

Wie oft muss eine Baumkontrolle stattfinden?

Ein festes gesetzliches Intervall gibt es nicht. Die FLL-Baumkontrollrichtlinie leitet die Häufigkeit aus Alter, Zustand und Standort ab: Junge, gesunde Bäume an unkritischen Standorten brauchen seltener eine Kontrolle als Altbäume über Spielplätzen, Parkplätzen oder Gehwegen. In der Praxis hat sich für die meisten Bäume ein jährlicher Rhythmus etabliert, bei kritischen Bäumen auch halbjährlich im belaubten und unbelaubten Zustand.

Wer haftet bei Astbruch in der Wohnanlage?

Grundlage ist die von der Rechtsprechung aus Paragraf 823 BGB entwickelte Verkehrssicherungspflicht. Sie trifft in erster Linie den Eigentümer, bei einer Wohnanlage im Gemeinschaftseigentum also die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer, im Alltag meist vertreten durch die Verwaltung. Eine Haftung scheidet nach der Rechtsprechung in der Regel aus, wenn Sie nachweisen können, dass Sie regelmäßig fachgerecht kontrolliert und erkannte Mängel beseitigt haben. Bricht ein Ast an einem äußerlich gesunden Baum, wird das häufig dem allgemeinen Lebensrisiko zugeordnet; bei sichtbarem Totholz oder Pilzbefall sieht das anders aus. Ob daneben die Verwaltung oder ein beauftragter Dienstleister einstehen muss, hängt von Verträgen und Aufgabenverteilung ab; maßgeblich sind stets die Umstände des Einzelfalls. Genau deshalb ist die Dokumentation der Kontrolle so wichtig wie die Kontrolle selbst.

Was ist der Unterschied zwischen Regelkontrolle und eingehender Untersuchung?

Die Regelkontrolle ist eine visuelle Inaugenscheinnahme vom Boden aus und deckt den Normalfall ab. Ergeben sich dabei Verdachtsmomente, etwa Pilzfruchtkörper, Risse oder Hohlräume, folgt die eingehende Untersuchung mit Klettereinsatz oder Messverfahren wie Bohrwiderstandsmessung oder Schalltomographie. Wir sagen Ihnen im Befund, bei welchen Bäumen das erforderlich ist, statt es pauschal anzusetzen.

Zu welcher Jahreszeit sollte kontrolliert werden?

Beides hat seinen Wert. Im belaubten Zustand lässt sich die Vitalität gut beurteilen, im unbelaubten Zustand sind Kronenaufbau, Totholz und Rissbildung deutlich besser sichtbar. Bei kritischen Bäumen empfehlen wir daher eine Kontrolle in beiden Zuständen, bei unauffälligen Bäumen genügt in der Regel ein Termin im Jahr.

Was gehört in ein Baumkataster?

Mindestens eine eindeutige Baumnummer, der Standort, die Baumart, Stammdurchmesser und Höhe, der Befund der letzten Kontrolle, die empfohlenen Maßnahmen samt Frist sowie das Datum der nächsten Kontrolle. Wichtig ist die Fortschreibung: Ein Kataster, das nach der Ersterfassung nicht gepflegt wird, verliert seinen Wert als Nachweis.

Dürfen wir die Baumkontrolle selbst machen?

Die Rechtsprechung verlangt eine fachgerechte Kontrolle. Ein Hausmeister ohne entsprechende Qualifikation kann offensichtliche Schäden melden, aber keine belastbare Baumkontrolle im Sinne der FLL-Richtlinie durchführen. Im Schadensfall wird genau das geprüft. Wir setzen dafür entsprechend qualifizierte Baumkontrolleure ein und dokumentieren deren Qualifikation mit.

Wie läuft eine Baumkontrolle nach FLL ab?

Zunächst sichten wir mit Ihnen vorhandene Unterlagen wie Lagepläne, frühere Kontrollprotokolle oder ein bestehendes Baumkataster. Fehlt ein Kataster, erfassen unsere Prüferinnen und Prüfer jeden Baum mit Nummer, Standort, Art, Stammdurchmesser und Höhe. Bei der Regelkontrolle vom Boden aus beurteilen sie Wurzelbereich, Stammfuß, Stamm und Krone auf Schadsymptome wie Pilzfruchtkörper, Risse, Höhlungen, Totholz oder Anzeichen verminderter Standsicherheit. Akute Gefahren melden wir sofort, damit Sie den Bereich absperren oder Sofortmaßnahmen veranlassen können. Anschließend erhalten Sie das Protokoll mit Befund je Baum, Maßnahmenempfehlung, Dringlichkeit und einem Vorschlag für das nächste Kontrollintervall. Wo die Sichtkontrolle nicht ausreicht, empfehlen wir für die betroffenen Bäume eine eingehende Untersuchung, statt sie pauschal für den gesamten Bestand anzusetzen.

Was kostet eine Baumkontrolle?

Einen Pauschalbetrag nennen wir bewusst nicht, weil der Aufwand stark vom Bestand abhängt. Den größten Einfluss haben die Anzahl der Bäume, ihr Alter und Zustand sowie die Frage, ob bereits ein gepflegtes Baumkataster vorliegt oder die Ersterfassung erst erfolgen muss. Hinzu kommen die Zugänglichkeit der Standorte, etwa an Straßen, Parkplätzen oder in dicht bepflanzten Innenhöfen, das vereinbarte Kontrollintervall und die Frage, ob kritische Bäume zusätzlich im unbelaubten Zustand kontrolliert werden. Eingehende Untersuchungen mit Klettertechnik oder Messverfahren setzen wir nur dort an, wo der Befund sie erfordert. Bei mehreren Objekten senkt eine gebündelte Tourenplanung den Anfahrtsaufwand je Standort. Ob sich die Kosten auf Mieter umlegen lassen, hängt vom Mietvertrag ab und ist im Einzelfall zu prüfen. Nach einer kurzen Bestandsaufnahme erhalten Sie ein Angebot, das diese Faktoren einzeln ausweist.

Wer ist für die Baumkontrolle verantwortlich, und wer beauftragt sie?

Verantwortlich ist in der Regel der Eigentümer des Grundstücks, auf dem der Baum steht. Bei einer Wohnanlage im Gemeinschaftseigentum trifft die Verkehrssicherungspflicht die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer; die Verwaltung organisiert die Kontrolle, wobei sich Umfang und Befugnisse nach Wohnungseigentumsgesetz, Verwaltervertrag und Beschlusslage richten. Bei Genossenschaften und Gewerbeobjekten liegt die Pflicht beim jeweiligen Eigentümer oder Betreiber, bei Bäumen im öffentlichen Straßenraum je nach Landesrecht und Satzung beim Träger der Straßenbaulast. Die Durchführung der Kontrolle lässt sich vertraglich übertragen, Auswahl- und Überwachungspflichten verbleiben nach überwiegender Auffassung jedoch beim Verantwortlichen. Wie weit die Pflicht im konkreten Fall reicht, ist im Einzelfall zu prüfen. Unser Kontrollprotokoll und das fortgeschriebene Baumkataster helfen Ihnen, die durchgeführten Kontrollen nachvollziehbar zu belegen.

Ist die Ersterfassung teurer als die laufende Kontrolle?

In der Regel ja, weil im ersten Durchgang deutlich mehr Arbeit anfällt. Jeder Baum wird eindeutig nummeriert, verortet und mit Art, Stammdurchmesser, Höhe und Kronenbreite erfasst, bevor die eigentliche Regelkontrolle beginnt. Fehlen Lagepläne oder sind frühere Unterlagen lückenhaft, kommt der Abgleich mit dem tatsächlichen Bestand hinzu. Bei den Folgekontrollen liegen diese Stammdaten bereits vor, sodass sich unsere Prüferinnen und Prüfer auf Veränderungen und neue Schadsymptome konzentrieren können. Gibt es schon ein gepflegtes Kataster, übernehmen wir es nach einer Plausibilitätsprüfung, was den Aufwand im ersten Jahr spürbar senkt. Im Angebot weisen wir die Ersterfassung als eigene Position aus, damit Sie einmalige und wiederkehrende Leistungen klar unterscheiden und gegenüber Eigentümern sauber abrechnen können.

Sind die Kosten der Baumkontrolle auf Mieter umlagefähig?

Das ist nicht abschließend geklärt und im Einzelfall zu prüfen. Die Betriebskostenverordnung nennt in Paragraf 2 Nummer 10 die Gartenpflege, ausdrücklich einschließlich der Erneuerung von Pflanzen und Gehölzen. Wiederkehrende Regelkontrollen werden deshalb teils der Gartenpflege zugeordnet, teils als sonstige Betriebskosten nach Nummer 17 behandelt, die eine ausdrückliche Vereinbarung im Mietvertrag voraussetzen. Die Rechtsprechung dazu ist nicht einheitlich. Bei einmaligen Positionen wie der Ersterfassung des Katasters wird die Umlage eher kritisch gesehen, weil Betriebskosten laufend entstehen müssen. Innerhalb einer Gemeinschaft der Wohnungseigentümer richtet sich die Kostenverteilung nach Paragraf 16 Wohnungseigentumsgesetz und der Beschlusslage. Wir weisen Kontrolle, Ersterfassung und Pflegemaßnahmen getrennt aus, damit Sie die Positionen in Ihrer Abrechnung sauber zuordnen können.

Ist ein Baumkataster Pflicht?

Eine ausdrückliche gesetzliche Pflicht, ein Baumkataster zu führen, gibt es für private Eigentümer in der Regel nicht. Die Verkehrssicherungspflicht verlangt aber, dass Sie im Schadensfall belegen können, welcher Baum wann von wem kontrolliert wurde und was daraufhin geschehen ist. Ohne eindeutige Zuordnung jedes Baumes ist dieser Nachweis schon bei einem mittelgroßen Bestand kaum zu führen. Die FLL-Baumkontrollrichtlinie setzt deshalb eine nachvollziehbare Dokumentation voraus, und genau diese Aufgabe erfüllt ein Kataster. Für Wohnanlagen mit gewachsenem Baumbestand ist es damit faktisch der übliche Standard. Ob kommunale Baumschutzsatzungen zusätzliche Angaben verlangen, hängt vom Landesrecht und der jeweiligen Satzung ab und ist im Einzelfall zu prüfen. Wir legen das Kataster bei der Ersterfassung an oder übernehmen Ihr bestehendes.

Ist ein digitales Baumkataster gerichtsfest?

Eine Garantie, dass ein Gericht eine bestimmte Dokumentation anerkennt, kann niemand geben, denn die Beweiswürdigung ist Sache des Gerichts im Einzelfall. Die Form allein entscheidet aber nicht: Ein digitales Kataster ist grundsätzlich ebenso geeignet wie eine Papierakte, wenn es nachvollziehbar geführt wird. Wichtig sind je Befund das Kontrolldatum und die kontrollierende Person, Fotos der relevanten Schäden, Fristen und Erledigungsvermerke für jede Maßnahme sowie ein Änderungsverlauf, aus dem hervorgeht, dass Einträge nicht nachträglich überschrieben wurden. Hinzu kommt eine Datensicherung, die auch einen Systemwechsel übersteht. Unsere Protokolle sind so aufgebaut, dass jeder Kontrollgang als eigener, datierter Eintrag erhalten bleibt. Zusätzlich erhalten Sie die Protokolle als exportierbare Dokumente für Ihre eigene Objektakte.

Wem gehören die Daten im Baumkataster?

Die Daten beschreiben Ihren Baumbestand und dienen Ihrem Nachweis gegenüber Dritten, deshalb sollten sie Ihnen uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Wir empfehlen, im Vertrag ausdrücklich festzuhalten, dass Kataster, Kontrollprotokolle und Fotos dem Auftraggeber zustehen und bei Vertragsende vollständig in einem gängigen, offenen Format übergeben werden. So bleibt die Dokumentation erhalten, wenn Sie den Dienstleister wechseln oder die Verwaltung eines Objekts übergeben wird. Bei einem Verwalterwechsel gehören die Unterlagen in der Regel zu den Verwaltungsunterlagen der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer. Personenbezogene Daten fallen bei der Baumkontrolle nur am Rand an, etwa Namen der kontrollierenden Personen oder zufällig fotografierte Kennzeichen; für sie gelten die Vorgaben der DSGVO. Kataster und Protokolle stellen wir Ihnen auf Wunsch als Export bereit.

Was passiert nach einem Sturm?

Nach einem Sturm, Gewitter mit Starkwind oder starkem Schneebruch sieht die FLL-Baumkontrollrichtlinie über die Regelkontrolle hinaus eine Zusatzkontrolle vor. Sie soll frische Schäden wie angebrochene oder hängende Äste, Risse im Stamm, einen gelockerten Wurzelteller oder neuen Schiefstand erkennen, bevor jemand zu Schaden kommt. Unmittelbar nach dem Ereignis sollten Sie erkennbar gefährdete Bereiche absperren und Zuwege meiden lassen. Unsere Prüferinnen und Prüfer kontrollieren anschließend die betroffenen Bäume, melden akute Gefahren sofort und tragen den Befund mit Datum in das Baumkataster ein. Sicherungsmaßnahmen wie das Entfernen von Bruchholz kann unser Team direkt übernehmen. Eingriffe außerhalb der allgemeinen Schnittzeiten sind zur Abwehr einer Gefahr je nach Landesrecht und Satzung möglich, im Einzelfall aber zu prüfen und zu dokumentieren.

Verfügbar an allen Servicestandorten