Hochdruckreinigung großer Flächen: Höfe, Tiefgaragen, Parkdecks und Fassaden

Hochdruck- und Heißwasserreinigung großer Außenflächen

Die Hochdruckreinigung von Höfen, Tiefgaragen und Fassaden schützt die Bausubstanz von Immobilien. Doch Hausverwaltungen stehen vor rechtlichen Hürden: Erfahren Sie, wie Sie Großflächen werterhaltend und im Einklang mit dem Wasserhaushaltsgesetz professionell reinigen lassen.

Warum die Reinigung von Großflächen für den Werterhalt entscheidend ist

Große Außenflächen wie Höfe, Tiefgaragen, Parkdecks und Fassaden sind das ganze Jahr über extremen Witterungseinflüssen, Abgasen und mechanischen Belastungen ausgesetzt. Wird die regelmäßige Pflege vernachlässigt, setzen schleichend biologische und chemische Verfallsprozesse ein, die weit über rein optische Mängel hinausgehen. Für Hausverwaltungen und Immobilieneigentümer ist der Zustand dieser Flächen daher ein entscheidender Faktor beim langfristigen Werterhalt. Eine professionelle Gebäudereinigung, wie sie im Rahmen der umfassenden Leistungen von SVEAG angeboten wird, schützt mineralische Baustoffe davor, dass Schadstoffe tief in die Poren eindringen und sie von innen heraus zersetzen. Was harmlos als grauer Schleier oder grüner Belag beginnt, kann sich rasch zu einer ernsthaften Gefahr für die gesamte Bausubstanz entwickeln.

Gefährliche Verbindung: Chloride und Betonschäden

Ein besonders kritisches Problem in Tiefgaragen und auf Parkdecks ist der Eintrag von Tausalzen im Winter. Fahrzeuge schleppen salzhaltiges Schmelzwasser ein, das reich an aggressiven Chloriden ist. Diese Chloride dringen zusammen mit der Feuchtigkeit in den Beton ein und erreichen im Laufe der Zeit die innenliegende Stahlbewehrung. Dort lösen sie die sogenannte chloridinduzierte Bewehrungskorrosion aus, die oft jahrelang völlig unsichtbar verläuft. Der rostende Stahl dehnt sich aus, erzeugt enormen Innendruck und führt schließlich zu großflächigen Betonabplatzungen. Wie gravierend diese Schäden werden können, zeigen prominente Beispiele aus der Praxis: So musste die Stadt Köln bei der Betonsanierung der bekannten Tiefgarage Am Dom den alten, salzgeschädigten Beton mühsam mit Hochdruck-Wasserstrahlern abtragen, um korrodierte Bewehrungseisen freizulegen und zu erneuern. Solche Sanierungen sind extrem zeitaufwendig und verursachen enorme Kosten, die durch rechtzeitige und fachgerechte Reinigung vermeidbar gewesen wären.

SchadstoffSchadensmechanismusAuswirkung auf die Bausubstanz
Tausalze (Chloride)Dringen gelöst in Feuchtigkeit in den Beton ein und verursachen Lochfraßkorrosion am Bewehrungsstahl.Abplatzungen von Beton, irreversible Schäden an tragenden Bauteilen, Stabilitätsverlust.
Algen und MooseSpeichern kontinuierlich Feuchtigkeit auf Fassaden und Pflasterflächen; Kleinstwurzeln dringen in Poren ein.Frostsprengung im Winter, Zersetzung von Putzstrukturen und Fugenmörtel.
Ruß und AbgaseVerbinden sich mit Regenwasser zu sauren Verbindungen, die mineralische Bindemittel chemisch angreifen.Optische Verrußung, fortschreitende Aufrauung und Porosität der Oberflächen.

Optischer Eindruck bei Besichtigungen und Werterhalt

Neben den tiefgreifenden baulichen Schäden spielt der visuelle Zustand von Höfen, Fassaden und Zufahrten eine wesentliche Rolle für den wirtschaftlichen Erfolg einer Immobilie. Der optische Eindruck bei Besichtigungen ist für potenzielle Mieter oder Käufer oft ausschlaggebend. Verschmutzte Gehwege, verrußte Fassaden oder moosbewachsene Pflasterflächen wirken ungepflegt und lassen Käufer an der allgemeinen Instandhaltung zweifeln, was den Marktwert und die Mieterträge drastisch senken kann. Durch eine regelmäßige Beseitigung dieser Ablagerungen wird nicht nur die Ästhetik gewahrt, sondern auch die Lebensdauer der Materialien verlängert. Um versteckte Gefahren frühzeitig zu erkennen, empfiehlt sich neben der Oberflächenreinigung eine wiederkehrende fachmännische Überprüfung gefährdeter Bereiche, wie etwa eine professionelle Dichtigkeitsprüfung für Flachdächer, Terrassen und Tiefgaragen, um feuchte Stellen und Leckagen rechtzeitig zu orten.

Höfe und Außenanlagen: Herausforderungen bei Pflaster- und Asphaltflächen

Die anspruchsvolle Pflege und Instandhaltung von großen Gewerbeimmobilien und Wohnanlagen stellt Hausverwaltungen vor eine kontinuierliche Aufgabe. Insbesondere stark beanspruchte Außenflächen und Gehwege müssen zu jeder Jahreszeit nicht nur optisch einwandfrei sein, sondern auch höchsten Sicherheitsstandards genügen. Über das Jahr hinweg lagern sich auf Pflaster- und Asphaltflächen unterschiedliche organische und chemische Verschmutzungen ab, die ohne eine professionelle Intervention die Bausubstanz nachhaltig schädigen können.

Verlust der Rutschfestigkeit durch organische und chemische Ablagerungen

Ein zentrales Problem bei mangelnder Pflege ist der schleichende Verlust der Rutschfestigkeit auf Lauf- und Fahrwegen. Durch die Ansiedlung von Moos, Flechten und Algen bildet sich bei feuchtem Wetter ein tückischer Schmierfilm, der die Trittsicherheit massiv beeinträchtigt und das Unfallrisiko für Bewohner sowie Besucher erhöht. Zudem führt der ständige Fahrzeugverkehr zu hartnäckigem Reifenabrieb auf Parkflächen und Zufahrten. Dieser Abrieb verschließt die mikrofeinen Poren des Belags, was die Rutschgefahr zusätzlich verstärkt. Für Hausverwaltungen, die im Rahmen der gesetzlichen Verkehrssicherungspflicht haften, ist eine regelmäßige Tiefenreinigung daher unverzichtbar.

Tiefenwirksame Reinigung ohne Fugenbeschädigung und gesetzliche Vorgaben

Die Durchführung einer solchen Reinigung erfordert jedoch Fachwissen und das richtige Equipment, um eine tiefenwirksame Reinigung ohne Fugenbeschädigung zu garantieren. Ein unkontrollierter Einsatz von zu hohem Wasserdruck kann das Fugenmaterial ausschwemmen und die Stabilität der gesamten Pflasterfläche gefährden. Darüber hinaus müssen gewerbliche Dienstleister die strengen Vorgaben des deutschen Wasserhaushaltsgesetzes beachten. Das bei der Reinigung entstehende Abwasser, das oft mit Reifenabrieb, Ölrückständen und Schmutz belastet ist, darf gemäß den gesetzlichen Bestimmungen nicht einfach in die Regenwasserkanalisation oder in das angrenzende Erdreich eingeleitet werden. Es muss fachgerecht aufgefangen, gefiltert oder über entsprechende Abscheideanlagen entsorgt werden.

Synergie mit Grünpflege und Hausmeisterservice

Um diesen Herausforderungen effizient zu begegnen, setzt das ganzheitliche Konzept von SVEAG auf eine intelligente Verzahnung verschiedener Gewerke. Die professionelle Hochdruckreinigung wird dabei nahtlos mit den bewährten Leistungen im Bereich Grünpflege und Außenanlagen sowie dem zuverlässigen Hausmeisterservice kombiniert. Während das qualifizierte Personal im Bereich Grünpflege und Außenanlagen für das fachgerechte Zurückschneiden von überhängendem Bewuchs und die Wildkrautbeseitigung sorgt, überwacht der Hausmeisterservice den täglichen Zustand der Wege. Diese enge Synergie garantiert nicht nur eine gesetzeskonforme und umweltschonende Durchführung, sondern sichert auch den langfristigen Werterhalt der gesamten Liegenschaft.

VerschmutzungSicherheitsrisikoLösung durch SVEAG
Moos und AlgenBildung rutschiger Filme bei NässeHeißwasser-Hochdruck zur thermischen Beseitigung
ReifenabriebVerminderte Haftung auf FahrwegenTiefenwirksame Reinigung mit reguliertem Wasserdruck
Wildkraut in FugenSprengung des Pflasters und StolperfallenMechanische Entfernung und anschließendes Spülen

Tiefgaragen und Parkdecks reinigen: Strengste Auflagen für ölige Abwässer

Die Reinigung von Tiefgaragen und Parkdecks stellt für Hausverwaltungen eine besondere bautechnische und rechtliche Herausforderung dar. Im Laufe der Monate sammelt sich auf den Verkehrsflächen ein hochgradig schädliches Gemisch aus Reifenabrieb, Rußpartikeln, tropfenden Motorenölen und aggressiven Tausalzen an. Besonders der Chlorideintrag, der während der kalten Jahreszeit unweigerlich durch den Winterdienst über die Fahrzeuge in die Garagen geschleppt wird, birgt erhebliche Risiken für die Bausubstanz. Dringen diese gelösten Salze zusammen mit Feuchtigkeit in den ungeschützten Beton ein, zerstören sie die Passivierungsschicht des Bewehrungsstahls und lösen eine unsichtbare, aber verheerende Lochfraßkorrosion aus.

Um diese schleichenden Schäden und die damit verbundene Gefährdung der Standsicherheit zu verhindern, ist eine fachgerechte und regelmäßige Hochdruckreinigung unverzichtbar. Neben der reinen Schmutzbeseitigung spielt die Überprüfung kritischer Bauteile eine zentrale Rolle beim Werterhalt der Immobilie. Für Hausverwaltungen empfiehlt es sich, im Zuge der Instandhaltungsplanung auch eine regelmäßige Dichtigkeitsprüfung an beanspruchten Fugen, Deckenplatten und Abläufen durchführen zu lassen, um das unbemerkt tiefere Eindringen von korrosivem Schmutzwasser dauerhaft zu verhindern.

Der Ölabscheider nach DIN EN 858: Pflichten und Regeln für Betreiber

Bei der Hochdruckreinigung von Stellplätzen und Fahrbahnen entstehen große Mengen stark verunreinigten Abwassers. Dieses darf unter keinen Umständen einfach in das öffentliche Kanalnetz gespült werden, da Mineralölrückstände das Grundwasser massiv gefährden. Der Gesetzgeber schreibt daher gemäß DIN EN 858 und DIN 1999-100 den Einsatz und den ordnungsgemäßen Betrieb eines Leichtflüssigkeitsabscheiders vor. Hausverwaltungen tragen als Betreiber dieser Abscheideranlagen die volle rechtliche Verantwortung für die Einhaltung der strengen Betriebs- und Entsorgungsvorschriften.

  • Funktionsweise der Abscheidetechnik: Ein Leichtflüssigkeitsabscheider trennt schädliche Stoffe durch physikalische Prinzipien wie die Schwerkraft. Während sich schwere Schlammpartikel am Boden des Schlammfangs absetzen, schwimmen leichtere Öle und Treibstoffe an die Oberfläche und werden dort zurückgehalten.
  • Strikte Entsorgungspflicht ab 80 Prozent: Die im Abscheider gesammelten Leichtflüssigkeiten müssen spätestens dann fachgerecht entleert und entsorgt werden, wenn ein Füllstand von 80 Prozent der maximalen Speichermenge erreicht ist. Für den vorgelagerten Schlammfang gilt eine Entleerungspflicht bereits ab einer Befüllung von 50 Prozent.
  • Eigenkontrolle und Nachweise: Betreiber sind gesetzlich dazu verpflichtet, monatliche Eigenkontrollen durchzuführen, ein Betriebstagebuch zu pflegen und in Kooperation mit einem zertifizierten Abwasser-Analysezentrum regelmäßige Prüfungen der Ablaufwerte durchführen zu lassen.

Die Nichteinhaltung dieser Betreiberpflichten stellt eine ernsthafte Ordnungswidrigkeit dar, die empfindliche Bußgelder nach sich ziehen kann und im Schadensfall zum Verlust des Versicherungsschutzes führt. Eine lückenlose Dokumentation und der Nachweis über die fachgerechte Entsorgung der ölhaltigen Rückstände durch zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe schützt Hausverwaltungen vor persönlicher Haftung und sichert gleichzeitig den umweltgerechten Betrieb der gesamten Liegenschaft.

Fassadenreinigung mit Hochdruck: Schonende Verfahren und Umweltschutz

Eine gepflegte Außenwirkung ist das Aushängeschild jeder Immobilie. Für Hausverwaltungen steht der langfristige Werterhalt im Vordergrund. Die professionelle Fassadenreinigung befreit Putz- und Klinkerfassaden zuverlässig von Algen, Moosen, Ruß und hartnäckigen Umweltverschmutzungen. Doch die Reinigung großer Flächen stellt Verantwortliche vor erhebliche Herausforderungen. Es geht dabei nicht nur um die optische Auffrischung der Bausubstanz, sondern auch um die Einhaltung strenger rechtlicher Auflagen. Wer hier unüberlegt handelt, riskiert empfindliche Bußgelder wegen Verstößen gegen das Wasserhaushaltsgesetz (WHG). Als erfahrener Partner im Rahmen der Gebäudereinigung weiß SVEAG, wie sich makellose Sauberkeit und gesetzeskonformer Umweltschutz reibungslos miteinander verbinden lassen.

Schonende Heißwasser-Hochdruckverfahren

Bei der Reinigung empfindlicher Oberflächen wie Putzfassaden oder robusteren Klinkermaterialien kommt es auf die richtige Technik an. Moderne Heißwasser-Hochdruckverfahren arbeiten mit Temperaturen von bis zu 100 Grad Celsius und regulierbarem Druck. Diese Kombination ermöglicht es, organischen Bewuchs und Schmutzfilme rein thermisch zu lösen, ohne das darunterliegende Material zu beschädigen. Der Verzicht auf aggressive chemische Reinigungsmittel schont nicht nur das Mauerwerk und die Fugen, sondern vereinfacht auch die spätere Entsorgung des Abwassers. Durch die präzise Steuerung von Wasserdruck und Temperatur bleibt die schützende Oberflächenstruktur der Fassade intakt, was einem schnellen Neubefall durch Mikroorganismen vorbeugt.

Gesetzliche Vorschriften und Vorgaben ab 200 Quadratmetern

Sobald Wasser zur Reinigung von Bauwerken eingesetzt wird, entsteht gewerbliches Schmutzwasser, dessen Einleitung in die Kanalisation oder das Grundwasser streng reglementiert ist. Gemäß dem Wasserhaushaltsgesetz und den Richtlinien lokaler Entsorger, wie der hanseWasser Bremen GmbH, gelten klare Grenzwerte und Genehmigungspflichten. Ein zentraler Schwellenwert liegt bei einer Gesamtfläche von 200 m². Bis zu dieser Grenze darf unbelastetes Reinigungswasser ohne chemische Zusätze unter bestimmten Voraussetzungen ohne spezielle Auffangvorrichtungen abfließen, sofern kein Farbabtrag stattfindet. Überschreitet die gereinigte Fläche jedoch 200 m², müssen feste Bestandteile wie Putzabrieb oder Farbreste zwingend zurückgehalten werden.

ReinigungsverfahrenFläche bis zu 200 m²Fläche über 200 m²
Ohne Reinigungsmittel (rein thermisch)Kein Auffangen des Wassers nötig (sofern kein Farbabtrag erfolgt)Einleitung in Kanalisation erlaubt, wenn Feststoffe per Sieb oder Schlammfang zurückgehalten werden
Mit Reinigungsmitteln oder ChemikalienAuffangen und umweltgerechte Entsorgung oder Vor-Ort-Behandlung zwingend vorgeschriebenVollständiges Auffangen, Vorbehandlung, behördliche Analyse und Mengenbestimmung erforderlich

Um diese gesetzlichen Vorgaben in der Praxis zuverlässig zu erfüllen, setzen professionelle Dienstleister spezialisierte Auffangwannen und mobile Absaugsysteme ein. Diese Systeme werden am Fuß der Fassade installiert, fangen das ablaufende Wasser direkt auf und leiten es über Filteranlagen. Feste Partikel, Schwermetalle und gelöste Schadstoffe werden so zuverlässig separiert, bevor das gereinigte Wasser kontrolliert abgeleitet oder umweltgerecht entsorgt wird. Für Hausverwaltungen bedeutet diese lückenlose Dokumentation und fachgerechte Durchführung maximale Rechtssicherheit. Neben der Reinigung lohnt es sich oft, auch über den energetischen Zustand der Immobilie nachzudenken: Eine anschließende, fachgerechte Fassadendämmung schützt die Bausubstanz nachhaltig vor Feuchtigkeit und senkt gleichzeitig die Betriebskosten spürbar.

Rechtliche Pflichten und Haftungsrisiken für Hausverwaltungen

Für Hausverwaltungen ist die professionelle Pflege von Wohn- und Gewerbeimmobilien eine Kernaufgabe zur langfristigen Werterhaltung. Wenn es jedoch um die Hochdruckreinigung von großen Flächen wie Höfen, Tiefgaragen, Parkdecks und Fassaden geht, rücken neben optischen Aspekten sofort komplexe umweltrechtliche Vorgaben in den Vordergrund. Was oberflächlich wie eine einfache Reinigungsarbeit wirkt, ist gesetzlich streng reguliert und stellt Hausverwalter vor erhebliche rechtliche Pflichten. Die Missachtung dieser Vorschriften kann gravierende zivil- und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Das Wasserhaushaltsgesetz und das strenge Einleitungsverbot

Die wichtigste gesetzliche Grundlage im deutschen Gewässerschutz ist das Wasserhaushaltsgesetz (WHG). Nach § 54 WHG wird Wasser, das durch häuslichen, gewerblichen oder sonstigen Gebrauch in seinen Eigenschaften verändert wurde, als Abwasser definiert. Bei der Hochdruckreinigung von Höfen, Fassaden oder Tiefgaragen löst der hohe Wasserdruck Schadstoffe wie Ruß, Öle, Schwermetalle, Reifenabrieb oder alte Farbreste ab. Das entstehende Schmutzwasser darf daher unter keinen Umständen unkontrolliert in den Boden versickern oder direkt in die öffentliche Regenwasserkanalisation eingeleitet werden. Wer dies zulässt, verstößt gegen das strikte Einleitungsverbot und begeht eine Ordnungswidrigkeit oder im schlimmsten Fall eine strafbare Gewässerverunreinigung gemäß § 324 Strafgesetzbuch (StGB).

  • Abwasser-Kategorisierung: Reinigungswasser von befestigten Außenflächen gilt rechtlich als Schmutzwasser und muss fachgerecht entsorgt werden.
  • Regenwasser vs. Mischwasser: Die Einleitung in reine Regenwasserkanäle ist verboten, da diese Abflüsse meist ungefiltert in Flüsse oder Bäche münden.
  • Auffangpflicht: Bei Arbeiten wie der Fassadenwäsche ist das Schmutzwasser lückenlos aufzufangen, gegebenenfalls zu filtern und über eine genehmigte Indirekteinleitung in die Schmutzwasserkanalisation einzubringen.
  • Lokale Satzungen: Die jeweilige kommunale Abwassersatzung definiert detailliert die Grenzwerte und Genehmigungspflichten für die Einleitung vor Ort.

Haftungsrisiken, Auswahlverschulden und die Rolle von Dienstleistern

Die Verantwortung für den gesetzeskonformen Ablauf liegt primär bei den Hausverwaltungen, da diese als Vertreter der Eigentümergemeinschaft agieren. Beauftragt eine Hausverwaltung einen externen Dienstleister für die Gebäudereinigung oder den regulären Hausmeisterservice, befreit sie dies nicht automatisch von jeglicher Haftung. Es besteht das sogenannte Auswahlverschulden: Verwaltungen müssen nachweisen, dass sie ein qualifiziertes und fachlich kompetentes Unternehmen ausgewählt haben, das über die notwendigen technischen Geräte zum Auffangen und Aufbereiten des Abwassers verfügt.

Um im Ernstfall rechtlich abgesichert zu sein, müssen Hausverwalter strenge Dokumentationspflichten erfüllen. Jeder Reinigungsprozess, die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen (wie das Abdichten von Gullys) und der Verbleib des Schmutzwassers müssen lückenlos protokolliert werden. Ein professioneller Partner für Dienstleistungen rund um die Immobilie wie SVEAG sorgt nicht nur für makellose Sauberkeit, sondern garantiert auch eine rechtssichere Durchführung nach dem WHG. Für tiefergehende technische Überprüfungen der Entwässerungswege vorab bietet sich zudem eine professionelle Dichtigkeitsprüfung an, um das Risiko unbemerkter Leckagen von vornherein auszuschließen.

Der Ablauf einer professionellen Großflächenreinigung durch SVEAG

Eine professionelle Reinigung von Großflächen wie Tiefgaragen, Höfen oder Fassaden ist weit mehr als nur Kosmetik. Für anspruchsvolle Hausverwaltungen steht der langfristige Werterhalt der Liegenschaften im Vordergrund. Um dies ohne Betriebsunterbrechungen oder rechtliche Risiken zu realisieren, greifen bei SVEAG verschiedene Fachdisziplinen nahtlos ineinander. Während die eigentliche Hochdrucktechnik der Gebäudereinigung zugeordnet ist, stellt unser Wartungsservice sicher, dass Entwässerungssysteme und Abläufe vorab geprüft und einsatzbereit sind. Durch diese enge Verzahnung und die Abstimmung mit dem Hausmeisterservice vor Ort garantieren wir einen reibungslosen, gesetzeskonformen Ablauf aus einer Hand.

Vorab-Begehung und Gefährdungsbeurteilung

Jedes Großprojekt startet mit einer präzisen Ist-Analyse der Gegebenheiten vor Ort. Unsere Experten untersuchen die zu reinigenden Oberflächen auf Vorschäden, bestimmen den Verschmutzungsgrad und prüfen die lokalen Entwässerungssysteme. Dies schützt nicht nur empfindliche Materialien wie gedämmte Wände, sondern verhindert auch das Eindringen von Schmutzwasser in sensible Bereiche. Sollten bei dieser Untersuchung Mängel an der Abdichtung von Tiefgaragendecks oder Terrassen auffallen, lässt sich direkt eine professionelle Dichtigkeitsprüfung veranlassen. Auf Basis der Begehung erstellen wir eine Gefährdungsbeurteilung, die alle Sicherheits- und Umweltaspekte für die geplante Reinigung lückenlos erfasst.

Absperrung und Umweltschutzmaßnahmen

Die Einhaltung strenger Umwelt- und Abwassergesetze ist bei der Großflächenreinigung oberste Pflicht. Gemäß dem deutschen Wasserhaushaltsgesetz (WHG) gilt verunreinigtes Reinigungswasser als Abwasser und darf unter keinen Umständen ungefiltert in die Umwelt oder in die reine Regenwasserkanalisation gelangen. Das bedeutet konkret: Abwasser darf niemals einfach im Boden versickern oder ohne Freigabe eingeleitet werden. Vor Beginn der Arbeiten sperren unsere Teams den Arbeitsbereich großräumig ab. Wir dichten umliegende Gullys und Abläufe fachgerecht ab, fangen das entstehende Schmutzwasser mit speziellen Saugsystemen auf und leiten es über mobile Abscheideanlagen gefiltert in die Schmutzwasserkanalisation ein.

  • Vollständiges Abdichten aller Regenwasserzuläufe im Arbeitsbereich zum Schutz der lokalen Gewässer
  • Einsatz von mobilen Schlammfang- und Ölabscheidesystemen zur Vorreinigung des Wassers vor Ort
  • Auffangen von Reinigungsschmutz und Trägerflüssigkeiten direkt an der Fassade oder auf dem Parkdeck
  • Fachgerechte Entsorgung von herausgefilterten Schadstoffen und Ölrückständen nach gesetzlichen Vorgaben

Dokumentation und Übergabe

Nach dem erfolgreichen Abschluss aller Arbeiten erfolgt eine gründliche Nachbereitung. Wir kontrollieren die gereinigten Flächen gemeinsam mit der Hausverwaltung und dokumentieren das Ergebnis lückenlos. Diese Dokumentation umfasst nicht nur Vorher-Nachher-Aufnahmen, sondern auch den Nachweis über die ordnungsgemäße Entsorgung des angefallenen Abwassers. Auf diese Weise erhalten Hausverwaltungen absolute Rechtssicherheit gegenüber Umweltbehörden. Durch unsere breite Aufstellung können im Anschluss auch weitere Services wie die Grünpflege und Außenanlagen oder, in den kalten Monaten, unser zuverlässiger Winterdienst nahtlos angeschlossen werden, um die gesamte Liegenschaft dauerhaft in bestem Zustand zu halten.

Hochdruckreinigung – deutschlandweit in allen 16 Bundesländern

SVEAG erbringt Hochdruckreinigung für Hausverwaltungen, Genossenschaften und Eigentümer deutschlandweit an 76 Servicestandorten in allen 16 Bundesländern. Ein Auszug unserer Servicestandorte (verfügbar an allen 76):

Weiterführende Artikel: Moos, Grünbelag und Öl entfernen: Hochdruck- und Heißwasserreinigung im Außenbereich

Häufige Fragen

Darf das Abwasser der Hochdruckreinigung einfach in den Gully fließen?

Nein, das ist gesetzlich streng verboten. Gemäß dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) gilt Schmutzwasser, das bei der Reinigung von Höfen, Tiefgaragen oder Fassaden entsteht, als Abwasser und darf nicht ungefiltert in die Kanalisation oder das Grundwasser eingeleitet werden. Es muss aufgefangen, vorbehandelt oder über zugelassene Abscheidesysteme entsorgt werden.

Wann ist ein Ölabscheider bei der Tiefgaragenreinigung vorgeschrieben?

Sobald wassergefährdende Stoffe wie Öle oder Kraftstoffe ins Schmutzwasser gelangen können, schreiben die DIN EN 858 und das WHG den Betrieb einer Abscheideranlage vor. Bei der professionellen Reinigung von Tiefgaragen und Parkdecks ist die Nutzung eines solchen Leichtflüssigkeitsabscheiders daher zwingend erforderlich.

Wie oft müssen Ölabscheider in Parkgaragen geleert werden?

Eine Entleerung und Reinigung der Anlage muss spätestens dann erfolgen, wenn der Schlammfang oder Speicher des Leichtflüssigkeitsabscheiders zu gefüllt ist. Zudem sind regelmäßige Eigenkontrollen und eine monatliche Überprüfung durch sachkundiges Personal gesetzlich vorgeschrieben

Gibt es Ausnahmen beim Auffangen von Abwasser bei der Fassadenreinigung?

In einigen Kommunen gelten bei kleinen Gebäuden mit einer Fassadenfläche von unter 200 m² vereinfachte Regeln, sofern keine umweltschädlichen Reinigungsmittel verwendet werden. Dennoch muss auch hier darauf geachtet werden, dass kein Schmutzwasser unkontrolliert versickert oder in den Regenwasserkanal gelangt.

Wer haftet bei Verstößen gegen das Wasserhaushaltsgesetz (WHG)?

Als Betreiber der Immobilie tragen Hausverwaltungen und Eigentümer die Verantwortung für die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften. Verstöße gegen das WHG stellen eine Ordnungswidrigkeit dar und können mit empfindlichen Bußgeldern von bis zu mehreren tausend Euro geahndet werden.

Wie läuft eine umweltfreundliche Hochdruckreinigung durch einen Fachbetrieb ab?

Ein professioneller Dienstleister wie SVEAG sichert zuerst die umliegenden Abläufe ab. Das Schmutzwasser wird mithilfe spezieller Absaugsysteme oder Auffangwannen direkt an der Arbeitsstelle aufgenommen, über mobile Filteranlagen gereinigt und erst danach vorschriftsmäßig eingeleitet oder entsorgt.